26. April 2026
Kühlschrankmagnete basteln
Meine Familienmitglieder waren bislang unterschiedlich gut darin, Vorschläge für meine Liste potentieller Mikro-Abenteuer zu machen. Einem Fremden im Zug die Hand massieren, mit einem Tierheim-Hund spazieren gehen oder das Erdgeschoss im Hause meines Bruders renovieren - definitiv Möglichkeiten, die eigene Komfortzone zu verlassen, noch überwiegt bei mir jedoch Skepsis.
Auf eine Frau ist jedoch Verlass: meine Freundin und Schwägerin Alica! Ich liebe Überraschungen und war dementsprechend begeistert, zu einem Mikro-Abenteuer-Überraschungsabend eingeladen zu werden, dessen Programm erst bei Ankunft enthüllt wurde. Mich erwartete ein Highlight und eine Aktivität, die ich rundum empfehlen kann: Kühlschrankmagnete mit FIMO basteln! Man verbindet Spaß mit Nützlichem. Statt überteuerte Geschmacklosigkeiten in Souvenirshops zu erstehen, produziert man selbst welche, kann sich dabei über die eigene fehlende Feinmotorik amüsieren und lernt sich noch einmal ganz neu kennen.
Mit grenzenloser DIY-Motivation und einem 24-Teile-FIMO-Set in den tollsten Farben (sogar mit Glitzer!) sind wir gestartet und haben schnell festgestellt, dass Basteln im mittleren Alter (bzw. im Fall von Alica frühmittelaltem Alter) etwas anderes ist als damals in der Kindheit. Statt einfach irgendwie loszulegen, brauchten wir erst einmal Pinterest-Inspiration. Viele kleine süße Miniaturlebensmittel sieht man da, die sich großartig an Kühlschränken machen. Auch auf Insta gibt es haufenweise originelle, scheinbar amateurhafte DIY-Arbeiten, bei denen man sich denkt, “ach komm, das kann ich doch auch produzieren.” In meinem Fall ist dies leider nicht der Fall (siehe Foto). Wir waren versucht, die Familienmitglieder im Kindesalter um Rat zu fragen, wie das mit den kreativen Kühlschrankskulpturen was werden könnte, aber die waren leider bereits im Bett.
Die Erkenntnis des Abends: in unserem Erwachsensein sind wir darauf getrimmt, ALLES mit einem Konzept anzugehen. Das finale Produkt muss schon im Kopf sein, einfach mal mit dem Material herumkneten und -matschen und etwas ausprobieren scheint verlernt. Während Alica einen geschmackvollen Fisch und ein sauber gearbeitetes Spiegelei produziert, werden es bei mir comic-artige Kühlschrankmonster in eigenwilligen Farbkombinationen, die es eher nicht auf Pinterest schaffen werden.
Fazit: Zusammen werkeln statt sich ausschließlich auf den Genuss von Kaltgetränken zu konzentrieren sollte man viel häufiger! Ich bin jetzt im FIMO-Fieber, freut euch also auf selbstproduzierte Geburtstagsgeschenke und Einladungen zu Pinterest-freien DIY-Abenden, bei denen man sich ganz auf die Ideen des eigenen inneren Kindes verlassen darf/muss.
DO:
- die Bastelfreude wiederbeleben!
- FIMO-Kneten als Gruppentherapie
DON’T:
- unrealistische Erwartungen an das Endprodukt
- sämtliche FIMO-Päckchen aufreißen und dann vertrocknen lassen
