
Einen Celebrity treffen
Ich mache gerade Urlaub in der Provence. Es ist wunderschön hier und so verwundert es nicht, dass diverse Promis beschlossen haben, sich in dieser Gegend ein Traumhaus zu kaufen.
Dazu gehören auch George und Amal Clooney, die offenbar regelmäßig durch die Straßen des malerischen Örtchens Cotignac bummeln, um fern der Heimat dem Hollywoodtrubel zu entkommen. Das weiß ich von meiner Gastgeberin Cathy, die in einer schönen Boutique arbeitet, in der Amal Clooney bereits mehrfach geshoppt hat.
Es ist nicht so, als wäre ich ein grenzenloser Hard-Core-Fan, aber als Cathy mich an meinem zweiten Urlaubstag morgens per WhatsApp informiert, dass im Café gegenüber ihres Ladens gerade George Clooney sitzt, wittere ich die Gelegenheit für ein Mikro-Abenteuer. Heute treffe ich einen Celebrity!
Ohje, vorher muss ich natürlich noch meine Nägel lackieren. Wie sehe ich denn sonst aus?! In aller Eile verpinsel ich mich ständig und muss immer wieder von vorne beginnen. Wertvolle Zeit geht verloren! Wie lange George wohl sitzt und trinkt?
Endlich sitze ich im Mietwagen und düse mit verschmierten roten Fingern Richtung Cotignac. Was soll ich denn überhaupt sagen, wenn ich vor ihm stehe? Nach einem gemeinsamen Selfie fragen ist ja schon ziemlich peinlich und vermutlich eher unerwünscht.. Aber ich brauche es doch dringend für meine Montagsmail. Ob ich die erwähnen soll?! Vielleicht braucht er ja auch dringend mehr Mikro-Abenteuer-Impulse in seinem Promi-Leben und wird dann direkt Abonnent!
Nach einem Foto fragen ist ja aber auch sehr unoriginell. Wenn ich stattdessen einen Zaubertrick aufführe? Das würde er sich eher merken! “Hello, do you want to see a magic trick?” … Das hat einen gewissen Creep-Faktor. Besser einfach wortlos zaubern und ihn überraschen?
So auf die Schnelle ohne Vorbereitung könnte ich eigentlich nur Geld vermehren. Für ihn eher uninteressant vermutlich. Oder einen Fünf-Euro-Schein in eine Zitrone hineinzaubern. Schon besser. Woher kriege ich auf die Schnelle eine Zitrone?
Während ich noch überlege, ob ich nicht doch eher mit Mentalmagie und einer spontanen Hypnose-Nummer am meisten beeindrucken könnte, komme ich endlich an in Cotignac und eile zu Cathy in die Boutique. Der Schock: Anders als erwartet hat er für seinen Espresso nicht 2,5 Stunden gebraucht, ich habe ihn verpasst!
Wieder einmal habe ich also nur FAST einen Celebrity getroffen.
Das letzte Mal handelte es sich um Kendrick Lamar, der in meinem Boxclub trainiert hat. Leider wollte er das ohne zaubernde Frankfurterinnen tun und so habe ich von seinem top secret Besuch erst eine Woche später erfahren. Für eine “ich glaube, ich habe meine Bandagen vergessen, ups, hier trainiert ja ein Star, Do you want to see a magic trick?”-Nummer war es dann schon zu spät.
Statt mit George gehe ich mit Cathy Kaffeetrinken. Das ist wesentlich netter und beinhaltet keinen Druck, Geldscheine in Zitronen zu zaubern, um damit zu beeindrucken. Sie kennt die Nummer eh schon.
Neben uns stehen einsam noch zwei benutzte Espresso-Tassen auf dem Tisch. Eine davon muss die von George sein, ist sich Cathy sicher! Ob wir die vielleicht…? Als Andenken?
Aber was soll ich mit Espresso-Tassen? Alles, was ich wollte, war ein Foto. Doch heutzutage lässt sich ja inzwischen eh nicht mehr so recht feststellen, was real ist und was nicht…
DO:
- Urlaubsorte nach Promi-Dichte aussuchen
DON’T:
- Promi-Blog über Beinahe-Begegnungen schreiben
