
Würfeln in der U-Bahn
Mein Alltag in Frankfurt ist geprägt von festen Routen: rund um meine Wohnung kenne ich die Straßen in- und auswendig, mit dem Fahrrad fahre ich die immer gleichen Strecken und die am meisten frequentierte U-Bahnlinie ist die Nr. 4. Nur an wenigen exotischen Tagen betrete ich eine S-Bahn oder überquere gar den Fluss in Richtung…

Verkehrte Nacht
Die Bezeichnung Mikro-Abenteuer kann unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Um meine Liste potenzieller Experimente zu erweitern, frage ich Personen in meinem Freundeskreis gerne nach Ideen. Der Abenteuergrad der Vorschläge fällt divers aus. So riet mir mein Freund Alex beispielsweise, ich könnte doch eine Nacht verkehrt herum in meinem Bett verbringen und dabei möglicherweise eine ganz neue Perspektive…

Frühstück im Kino
Es ist ein strahlender Sonntagmorgen. Menschen kämpfen um die schönsten Sonnenplätze im Café, ich hingegen beteilige mich nicht an der einfallslosen Idee vom Brunch im Freien, sondern suche für den Start in den Tag einen dunklen, stickigen Raum auf. Ich frühstücke heute im Kino. Die Doku “Dance Around the Self” über Siri Hustvedt zieht, abgesehen…

Schere, Stein, Papier-Irrfahrt
Die ausgedachte Methode des Schere-Stein-Papier-Spaziergangs ist ein beliebter Programmpunkt meiner Neffen-Nachmittage. Anders als stinklangweilige gewöhnliche Spaziergänge besteht die bahnbrechende Erfindung darin, an jeder Abzweigung Schere-Stein-Papier zu spielen und den Sieger dann entscheiden zu lassen, in welche Richtung es weitergeht. So gelangt man auch in Wohngebieten, die man in und auswendig kennt, noch in die ein…

Postcrossing
Handgeschriebene postalische Kommunikation ist out. Früher bekam man in den Sommerferien noch Ansichtskarten mit Hotelbunkermotiven aus dem Italienurlaub von besonders treuen Schulfreundinnen, deren Informationsgehalt über einen Hinweis auf das gute Wetter und die hauptsächliche Urlaubstätigket - meist Schwimmen - selten hinausging. Die Lektüre war zwar sehr langweilig, aber man hat sich dennoch über dieses Stückchen…

Friedhofs-Feminismus
Sich an Wochenenden durch überfüllte Ausstellungen schieben und für Bruchteile von Sekunden einen Blick auf ein Exponat erhaschen vor dem 23 Personen gleichzeitig versuchen, ein Selfie zu machen: für mich steht das auf gleicher Ebene wie der Besuch des Tropical Islands in Brandenburg oder regungsloses Zuhören bei einem fünfstündigen Free Jazz Konzert: so stelle ich…
